Stauffenberg Symbol des Widerstands

Schwur des 20. Juli
Wenige Wochen vor dem Staatsstreichversuch des 20. Juli 1944 trafen Claus von Stauffenberg, sein Bruder Berthold, Fritz-Dietlof von der Schulenburg, Albrecht Mertz von Quirnheim, Werner von Haeften und Friedrich Karl Klausing in der Wohnung Berthold von Stauffenbergs in der Tristanstraße in Berlin-Nikolassee (Bezirk Zehlendorf) noch einmal zusammen. Bis auf Henning von Tresckow und Caesar von Hofacker, die nicht anwesend sein konnten, war somit der komplette Kern der jungen Aktivistengruppe zugegen. Angesichts der Gefahr eines Scheiterns des geplanten Staatsstreichs und der drohenden Besetzung Deutschlands durch die Alliierten verbanden sie sich durch folgenden Schwur, in dem ihr Vermächtnis für Deutschland zum Ausdruck kommt:

Wir glauben an die Zukunft der Deutschen.
Wir wissen im Deutschen die Kräfte, die ihn berufen, die Gemeinschaft der abendländischen Völker zu schönerem Leben zu führen.

Wir bekennen uns im Geist und in der Tat zu den großen Überlieferungen unseres Volkes, das durch die Verschmelzung hellenischer und christlicher Ursprünge in germanischem Wesen das abendländische Menschentum schuf.

Wir wollen eine Neue Ordnung, die alle Deutschen zu Trägern des Staates macht und ihnen Recht und Gerechtigkeit verbürgt, verachten aber die Gleichheitslüge und fordern die Anerkennung der naturgegebenen Ränge.

Wir wollen ein Volk, das in der Erde der Heimat verwurzelt den natürlichen Mächten nahebleibt, das im Wirken in den gegebenen Lebenskreisen sein Glück und sein Genüge findet und in freiem Stolze die niederen Triebe des Neides und der Mißgunst überwindet.

Wir wollen Führende, die aus allen Schichten des Volkes wachsend, verbunden den göttlichen Mächten, durch großen Sinn, Zucht und Opfer den anderen vorangehen.

Wir verbinden uns zu einer untrennbaren Gemeinschaft, die durch Haltung und Tat der Neuen Ordnung dient und den künftigen Führern die Kämpfer bildet, derer sie bedürfen.

Wir geloben:
untadelig zu leben –
gewissenhaft zu dienen –
unverbrüchlich zu schweigen –
und füreinander einzustehen

(zitiert nach Wolfgang Venohr: Stauffenberg – Symbol des Widerstands. Eine politische Biographie, 3., überarb. u. erg. Neuauflage, München 2000, S. 304 f.)

Stauffenbergs Scheitern – Tragik oder Dummheit?

Wer vor der Zeit und unüberlegt handelt, ohne eine mächtige Stimmung hinter sich zu haben, wird genauso scheitern wie die Verschwörer des 20. Juli 1944. Und wer gar nicht handelt – egal ob er nicht will, nicht kann oder weil er die Aussichtslosigkeit der Lage klar erkennt -, wird genauso das Unvermeidliche über sein Volk kommen sehen. …

Ein Sonderfrieden mit Russland aber, ausgehandelt von einer Antinazi-Regierung, hätte die Fortsetzung des Krieges für den Westen zu einem erstrangigen politischen Problem gemacht. Es wäre schwer gewesen, dies den eigenen Völkern plausibel zu machen. Obwohl also alle Deine Argumente richtig sind: Eine kleine Chance hätten die Verschwörer gehabt, wenn sie tatsächlich die Macht ergriffen hätten.

Ich glaube auch, dass der Staatsstreich, ungeachtet seiner sonstigen Schwächen, hätte gelingen können, wenn Hitler tatsächlich tot gewesen wäre. Es war im Grunde dieselbe Situation wie beim Kapp-Putsch 1920: Solange es noch eine akzeptierte Regierung gibt, hört der Deutsche auf diese Regierung, nicht auf irgendeine andere.

 

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