Flugblätter der Weißen Rose

Flugblatt I

Nichts ist eines Kulturvolkes unwürdiger, als sich ohne Widerstand von einer verantwortungslosen und dunklen Trieben ergebenen Herrscherclique “regieren” zu lassen. Ist es nicht so, daß sich jeder ehrliche Deutsche heute seiner Regierung schämt, und wer von uns ahnt das Ausmaß der Schmach, die über uns und unsere Kinder kommen wird, wenn einst der Schleier von unseren Augen gefallen ist und die grauenvollsten und jegliches Maß unendlich überschreitenden Verbrechen ans Tageslicht treten? Wenn das deutsche Volk schon so in seinem tiefsten Wesen korrumpiert und zerfallen ist, daß es, ohne eine Hand zu regen, im leichtsinnigen Vertrauen auf eine fragwürdige Gesetzmäßigkeit der Geschichte das Höchste, das ein Mensch besitzt und das ihn über jede andere Kreatur erhöht, nämlich den freien Willen, preisgibt, die Freiheit des Menschen preisgibt, selbst mit einzugreifen in das Rad der Geschichte und es seiner vernünftigen Entscheidung unterzuordnen – wenn die Deutschen, so jeder Individualität bar, schon so sehr zur geistlosen und feigen Masse geworden sind, dann, ja dann verdienen sie den Untergang.”

Brief der „Weisen Rose“ an Pastor Tscharntke

Sehr geehrter Herr Pastor Tscharntke,

in Anlehnung an unsere erste spontane Respektsbekundung (siehe Gästebucheintrag 319 vom 20.10.2015) haben wir heute die besagte Predigt, die von naiven oder überzeugten Mitläufern kritisiert wurde, zum ersten mal vollständig gehört und können dazu nur sagen: „Wahrhaftig“ und „wie wahr“. Genau dies ist zugleich der Grund des Drucks, der auf Sie, Herr Tscharntke und viele andere ausgeübt wird, genau wie damals vor 1945.
Detailliert und in vieler Hinsicht geradewegs weise bringen Sie die Dinge auf den Punkt. Dies kann auch jenen, die zur Zeit noch verblendet sind, hoffentlich helfen, aufzuwachen, sofern sie nicht jedes Fünkchen Hoffnung, Hirn und Verstand sowie ihre Verantwortung und ihre Scham verloren haben.
Nichts ist eines Kulturvolkes unwürdiger, als sich ohne aufklärende Worte und ohne Widerstand von einer verantwortungslosen Herrscherclique ohne Einwilligung des Volkes verblenden und an der Nase herumführen zu lassen. Nichts ist eines Christen und der Kirche unwürdiger, als klaren Worten im Sinne der Bibel das Licht auszuschalten oder sich gar zu distanzieren. Beides wäre Verrat am Christentum und an einer freiheitlich-demokratischen Rechtsordnung, sofern es diese mittlerweile nicht nur noch auf dem Papier gibt.
Menschen, die geistlos ihren freien Willen preisgeben, um die Zeit des Antichristen fanatisch zu feiern, sind ein deutliches Zeichen dafür, dass die Zeit nun bereits gekommen ist – eine Zeit, in der wir bereits einmal waren und eine Zeit, die wir uns nicht wieder hätten träumen lassen. Nun, da die Zeichen gesetzt sind, wird es zur Christenpflicht, mit einzugreifen in das Rad der Geschichte. Es wird zur Pflicht eines jeden braven Bürgers, der sich zu Gott bekennt, Irrsinn und Wahnsinn gegen die eigene Bevölkerung realistischen Entscheidungen zuzuführen und über Lug und Trug aufzuklären.
Eine kleine Herrscherclique will Gott spielen. Sie will mit Gewalt das Land und die Menschheit unumkehrbar verändern. Eine seichte, willenlose Herde von Mitläufern, denen irgendeine Macht das Mark aus dem Innersten gesogen und sie ihres Kerns beraubt hat, unterstützt sie dabei, das Land und seine Menschen in den Untergang zu hetzen. Ob nun Bosheit, Masochismus und Selbstzerstörungsdrang dahinter steckt oder Naivität und Verblendung, weiß derzeit noch niemand wirklich zu sagen. Die Geschichte wird es zeigen.
Nur wenige erkannten damals das drohende Verderben und heute ist es nicht anders. Luxus, Konsum und staatlich gelenkte Information haben viele Bürger wohlhabend, dekadent und gefügig gemacht. Sie haben sich von der Kirche und vom Glauben abgewandt und auch von der Politik und der unabhängigen politischen Recherche. Smartephones, Konsum, Medienvorlagen und technische Innovationen spiegeln die neuen Gottheiten, die von vielen wie Götzen angebetet werden, gepaart mit nur einem festen Glauben: Der Glaube an sich selbst. Dadurch bekommen viele gar nicht mit, was hinter ihrem Rücken bereits geschah und weiter geschieht.
Immer mehr Menschen sind es aber, die aufwachen, sich informieren und alsbald die Wahrheit erblicken. Immer mehr Menschen erkennen Persuation und Manipulation. Immer mehr Menschen erkennen und hinterfragen Begriffsbelegungen, die dazu dienen, den „Mob“ – so sehen es die dekadent gewordenen Herrscher – bei Bedarf mundtot zu machen. Immer mehr Menschen erkennen aber, dass es genau anders herum ist. Vor 1945 hat man den Menschen den Begriff des „Untermenschen“ und andere fiktive Muster wie das Bild vom „ewigen Juden“ suggeriert, heute sind dies Begriffe wie „Rassist“ oder „Nazi“.
Dass diese Begriffe von der Wirklichkeit ablenken und einer Gehirnwäsche-Strategie gleichen, hat auch die Widerstandsbewegung der Weißen Rose damals erkannt und den Spieß in ihren Flugblättern umgedreht und den Unsinn der von so etwas ausgeht, gespiegelt z.B. „Darum trennt euch vom nationalsozialistischen Untermenschentum!“
Damals hatten Sie keine Chance. Zu verblendet waren die Menschen früher wie heute. Zu mächtig war der Staat früher wie heute und es fehlte an Menschen wie Ihnen, Herr Pastor: Menschen, die über Wahrhaftigkeit und Freiwilligkeit laut sprechen und dies nicht nur denken.
Und wisset, jene, die ihr Menschen zu verblenden und zu unterjochen suchet: Je mehr Mitläufer bemüht sind, Wahrheiten zu verzerren, zu unterdrücken und zu bekämpfen, je mehr ganz normale Bürger, Arbeiter und Angestellte, Familienväter Mütter, Unternehmer und ihre Belegschaft von euch vulgär als „Dreck“, „Pack“ und „Ratten“ beschimpft werden, ihr Ihnen klarmacht, dass sie im Gegensatz zu euch nichts wert sind und sie – sofern es ihnen nicht mehr passt – gehen können, umso mehr kommt diese Wahrheit – zumindest bei intelligenten Menschen – ans Licht.
Und eben diese intelligenten Menschen geben die Wahrheit weiter. Nicht alle streiten sich untereinander wie ihr es wollt. Familien sprechen mit ihren Nachbarn, Unternehmer mit ihrer Belegschaft, Patienten mit ihren Ärzten und Ärzte mit ihren Patienten. Nun spricht der erste Pastor mit seiner Gemeinde. Wenn diese Menschen, mit denen gesprochen wird, zuhören und sich selbst über die Wahrheit informieren, werden sie aufwachen aus ihrem Schlaf oder ihrem phantastischem Allmachtsdenken.
Sie werden aufwachen und reden, sofern sie denn Charakter haben und nicht – masochistisch gepolt – den Untergang anstreben und diesem sogar zujubeln, wenn es heißt: „Wollt ihr…?“ Ein neues „Willkommen“ oder „Wellcome“ des Antichristen dürfen die Menschen – insbesondere jene mit Kindern – nicht weiter hinnehmen. Die Geschwister Scholl und ihre Freunde wären gewiss froh und stolz gewesen, solch einen Verbündeten zu haben. Einen Mann, der nicht nur schreibt – wie wir das tun, sondern einen noch viel mutigeren Menschen, der steht und offen spricht.

Jeder gewissenhafte Mensch, sollte Ihre Predigt, lieber Herr Pastor auf eine, mehrere oder gleich viele CD´s brennen und sie unter den Menschen verteilen, damit diese Menschen erfahren, dass sie mit ihren Gedanken nicht alleine sind, damit die Menschen erfahren, dass auch andere die gleichen Gedanken teilen. Wie vor 1945 steht diesen Menschen dann frei, die Predigt zu hören oder sie mit Füßen zu treten. Sie werden dann später aufgeklärt, wenn die Realität auch sie einholt wie damals bei den Nürnberger Prozessen, bei denen mutige Menschen als Ankläger oder Zuschauer sitzen werden.

Weiße Rose

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